D4.3 NEU | Teufelskreis und Engelszungen: Von der sorgenvollen zur liebevollen Leistungsorientierung

Saturday, 16.9.2017 9.55 ‒10.40 Uhr

Studiensaal B

Prof. Dr. Julius Kuhl ‒ Professor em. für Begabungsforschung und Persönlichkeitspsychologie, Forschungsstelle Begabungsförderung im Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung
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Lehrer und Eltern sehen hinsichtlich der Begabungsförderung nicht selten in einem Teufelskreis: Leistungsansprüche, Lerntempo, institutionelle Regularien und vieles mehr steigern den Schulstress in ungeahnte Höhen. Die aus den immer schwierigeren Lernbedingungen resultierenden Sorgen um die Entwicklung und Zukunft der Kinder tragen zusätzlich dazu bei, dass die Freude am Lernen dahinschwindet. Auch wenn man Schülern die Bedeutung des Lernens mit «Engelszungen» klarmacht, scheint dies den Teufelskreis von Versagen und Motivationsverlust nicht aufzulösen. In dieser Situation lohnt es sich, die heute gut erforschten Bedingungen zur Entwicklung von Selbstkompetenzen zu reflektieren. Wie lassen sich Fähigkeiten wie Selbstmotivierung, Stressresistenz, Eigenverantwortung und nicht zuletzt Lust am Lernen stärken? Welche Rolle spielen dabei Väter und Mütter? Bei welchen Selbstkompetenzen hängt die Entwicklung des Kindes besonders vom gleichgeschlechtlichen Elternteil ab? Der Königsweg führt uns zu einem alten pädagogischen Prinzip, dessen Wirkungsweise heute gut erforscht ist: Liebevolle Lernbegleitung.