Herausforderung Heterogenität: Personorientierte Begabungs- und Begabtenförderung als Motor partizipativer Unterrichts- und Schulentwicklung

Friday, 15.9.2017 16.15 ‒17.15 Uhr

Campussaal

Prof. Dr. Gabriele Weigand ‒ Professorin für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Leiterin des Instituts für Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft, Pädagogischen Hochschule Karlsruhe
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Entgegen der jahrhundertelangen Tradition eines weitgehend auf Homogenisierung beruhenden Bildungswesens wird aktuell die Heterogenität der Schülerinnen und Schüler hervorgehoben. Es wird in der schulischen Praxis gefordert, mit dieser Verschiedenheit adäquat umzugehen. Begabung wird dabei neben anderen Merkmalen wie Geschlecht, Alter oder auch Migration als ein Kriterium herausgegriffen, das es bei Kindern zu berücksichtigen und zu fördern gelte. Lehrpersonen fühlen sich dabei – zu Recht – nicht selten überfordert.

Im ersten Teil des Vortrags wird zunächst die Frage von Homogenität und Heterogenität in Schulen bildungstheoretisch beleuchtet und anschliessend die Herausforderung des Umgangs mit Heterogenität in der täglichen Praxis problematisiert sowie spezifisch für den Bereich der Begabungsförderung erörtert. Dabei wird auch auf die allseits geforderte «individuelle Förderung» eingegangen.

Im zweiten Teil wird unter Einbeziehung eigener Forschungen der Stand der empirischen Forschung zur Frage der separativen, integrativen oder inklusiven Begabungsförderung vorgestellt. Aus den theoretischen Analysen im ersten und den empirischen Erkenntnissen im zweiten Teil werden im dritten Teil Argumente für eine personorientierte Begabungs- und Begabtenförderung vorgetragen, die wiederum ohne eine partizipative Schulentwicklung kaum zu verwirklichen ist. Ergänzend werden empirische Ergebnisse aus einer eigenen qualitativen Interviewstudie mit Lehrpersonen aus Schulen mit Hochbegabtenklassen zur Diskussion gestellt.