B2.3 | Wenn wir alle dahinter kämen, wie Hochbegabte so sind

Friday, 15.9.2017 14.15 ‒15.00 Uhr

Studiensaal A

Prof. Dr. habil. Thomas Trautmann ‒ Professor für Erziehungswissenschaft unter besonderer Berücksichtigung der Grund-schulpädagogik und Grundschuldidaktik, Universität Hamburg
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Jede Begabungsausprägung ist unverwechselbar und einmalig. Gleichzeitig wird in der Öffentlichkeit immer wieder von «den» Hochbegabten gesprochen. Wenn wir es tatsächlich Ernst meinen mit der Individualisierung, so scheint es nötig, sich einmal die scheinbar unendlichen Möglichkeiten der Kopplung von Begabungsvariablen bewusst vor Augen zu halten.

In diesem experimentellen Wokshop wollen wir genau das tun. Lassen Sie uns gemeinsam überlegen, mit welchen unterschiedlichen Begabungsvariablen Heranwachsende ausgestattet sein können, um «so» oder eben «so» oder aber «ganz anders» zu sein. Grundlage unseres Denkens ist das Mikado-Modell, das am Beginn des Workshops kurz skizziert wird. Danach werden wir gemeinsam die Ebene Zuschreibungen «von aussen» (Plaudertasche, Nerd …) und interne begabungsrelevante Persönlichkeitsmerkmale betrachten und miteinander in Beziehung setzen. Die daraus erwachsenden Handlungs- und Verhaltensoptionen werden vermutlich manches Aha-Erlebnis oder ein Déjà-vu auslösen.

Unsere Interpretation hilft auf mindestens vier Ebenen: a) klärt sie unsere eigene Auffassung über Begabung; b) übt unser Spiel mit den vielen Möglichkeiten das eigene diagnostische Instrumentarium; c) zeigt uns der Kasus tatsächlich die unbegrenzten Möglichkeiten, wie Begabungen auch konstruiert sein können; d) eröffnen sich dadurch interessante Aspekte für Beratung

 

Trautmann, Thomas (2016). Einführung in die Hochbegabenpädagogik. 3. Aktualisierte und erweiterte Ausgabe. Hohengehren: Schneider, S. 69 ff.